Radikalisierungsprävention in Tunesien, Frankreich und Deutschland

Radikalisierungsprävention in Tunesien, Frankreich und Deutschland

Radikalisierung und Extremismus sind große Herausforderungen sowohl in der deutschen, als auch in der französischen und tunesischen Gesellschaft.

Auf der Suche nach nachhaltigen Lösungsansätzen organisieren die Vereine Europa Direkt e.V. aus Dresden, die Association Roudel aus Frankreich und die Association Horizon pour le développement et la citoyenneté aus Tunesien eine Fortbildung für Aktive in der Jugendarbeit aus den drei Ländern. Hierbei können verschiedene Ansätze verglichen werden sowie praktische Methoden erprobt werden. Die Perspektiven der verschiedenen Länder werden ebenso thematisiert wie die unterschiedlichen Ansätze aus der formellen und non-formellen Bildung, Sozialarbeit und politischen Bildung.

Ein erstes Treffen fand im Jahr 2017 in Toulouse in Frankreich statt. In Gesprächen mit Beauftragten der Stadt Toulouse und Sozialarbeitern und einer Psychologin aus verschiedenen Jugendzentren ging es um den Begriff der Laizität, die Rolle der Angehörigen von radikalisierten Jugendlichen sowie die Frage, wie sich der Umgang mit dem Thema Radikalisierung seit den Attentaten in Paris gewandelt hat. Eine kurze Zusammenfassung der Begegnung in Toulouse findet sich als Download am Ende dieser Seite.

Bei der zweiten Begegnung in Dresden im Dezember 2018 wurde der Ablauf von Radikalisierungsprozessen anhand von Fallbeispielen diskutiert. Die Thematik wurde durch einen Input vom Fanprojekt Cottbus e.V. sowie dem Projekt MUT der AGJF sowie einen Besuch der Ausstellung "Rassismus" im Hygienemuseum Dresden bereichert. Hierdurch sollte auch der spezifische Kontext der neuen Bundesländer behandelt werden und die Frage, inwiefern Sachsen in besonderer Weise ein Problem mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hat.

In der Woche wurde viel diskutiert, um Begriffe gerungen und die eigene Art, Diskussionen zu führen reflektiert. Eine spannende Annäherung an ein sehr komplexes Thema!

Das Projekt wird mit einer dritten Begegnung im Jahr 2019 in Tunesien abgeschlossen.